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Social Media für Makler (Praxisleitfaden)

SydiumIssue 27 · 2026

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Social Media für Makler (Praxisleitfaden)

Ein praktischer Social-Media-Leitfaden für Makler. Welche Plattformen zählen, was du posten solltest und wie du Leads gewinnst, ohne aufdringlich zu wirken.

Dani Pralea11 Min. Lesezeit

Immer mehr Käufer starten ihre Immobiliensuche heute auf Instagram und TikTok, nicht mehr nur auf Immobilienscout24 oder Immowelt. Das wirft das alte Vorgehen über den Haufen. Ein Post wie "Neu im Angebot! 3 Zimmer, 2 Bäder, 450.000 Euro. Schreib mir!" bringt keine Leads. Der bringt nur Daumen, die weiterwischen.

Die Makler, die auf Social Media gewinnen, machen das genaue Gegenteil. Sie bauen Vertrauen auf, bevor sie verkaufen. Sie informieren, bevor sie pitchen. Sie werden zu der Person, an die du denkst, wenn es endlich ans Kaufen oder Verkaufen geht. Diese Position entsteht nicht durch Angebots-Posts. Sie entsteht durch alles andere, was du postest.

Warum Angebots-Posts nicht funktionieren

Stell dir deine Woche vor. Du hast am Wochenende acht Objekte gezeigt. Montag drei Notartermine. Dienstag deckt ein Gutachten Probleme am Fundament auf, ein Käufer springt ab, und ein Verkäufer will trotz aller Marktdaten teurer neu inserieren. Und Mittwoch sollst du auch noch Content machen?

Also postest du das Angebotsfoto. Geht schnell, ist einfach, und es ist wenigstens irgendwas. Das Problem: Es funktioniert nicht, und zwar nicht, weil du etwas falsch machst. Die Immobilienbranche hat ein Vertrauensproblem, das ein schneller Angebots-Post nicht lösen kann.

Ein Haus zu kaufen ist für die meisten Menschen die größte finanzielle Entscheidung ihres Lebens. Sie wählen ihren Makler nicht danach aus, wer die meisten Angebote im Feed hat. Sie wählen jemanden, dem sie die Zukunft ihrer Familie anvertrauen. Dieses Vertrauen braucht Zeit. Es braucht Präsenz. Sie müssen das Gefühl haben, dich zu kennen, bevor sie sich überhaupt melden.

Die National Association of Realtors berichtet, dass 97 % der Hauskäufer das Internet bei ihrer Suche nutzen. Du verkaufst also kein Haus auf Instagram. Du verkaufst dich selbst, als die Person, die den Markt kennt, den Ablauf versteht und auf ihre Interessen achtet. Das Haus kommt später.

Das Trust-Ladder-Framework

Hier ist ein Denkmodell, das erfolgreiche Makler für ihren Social-Media-Content nutzen. Ich nenne es die Trust Ladder (Vertrauensleiter), weil jeder Content-Typ potenzielle Kunden eine Sprosse höher Richtung Zusammenarbeit bringt.

Sprosse 1: Aufmerksamkeit - Sie merken, dass es dich gibt. Das passiert über lokale Hashtags, über den TikTok-Algorithmus, der deinen Content über dein Viertel ausspielt, oder weil ein Freund dein Markt-Update teilt.

Sprosse 2: Interesse - Sie finden deinen Content wertvoll. Deine Tipps für Erstkäufer oder dein Vergleich verschiedener Viertel sorgen dafür, dass sie dranbleiben und dir folgen.

Sprosse 3: Vertrautheit - Sie haben das Gefühl, dich zu kennen. Deine Blicke hinter die Kulissen, deine Persönlichkeit in den Stories und deine ständige Präsenz lassen dich wie einen Bekannten wirken statt wie einen Fremden.

Sprosse 4: Vertrauen - Sie sind überzeugt, dass du dein Handwerk verstehst. Deine Marktanalysen, deine Verhandlungsgeschichten und deine Kundenstimmen beweisen, dass du weißt, was du tust.

Sprosse 5: Bereit - Sie melden sich, wenn es so weit ist. Wenn sie endlich kaufen oder verkaufen wollen, bist du die naheliegende Wahl, weil du seit Monaten mit ihnen die Leiter hochgeklettert bist.

Der Fehler, den die meisten Makler machen: Sie wollen mit jedem Post direkt auf Sprosse 5 springen. "Neu im Angebot! Ruf mich an!" Das funktioniert bei Leuten, die schon auf Sprosse 4 stehen. Aber das sind vielleicht 2 % deiner Zielgruppe zu einem beliebigen Zeitpunkt. Die anderen 98 % brauchen mehr Zeit auf den unteren Sprossen.

Plattform-Überblick für Makler

Instagram (deine Hauptplattform)

Auf Instagram findet Immobilien-Content statt. Objektrundgänge per Reels, Viertel-Guides, Markt-Updates in den Stories, Kundenstimmen, das alles läuft hier gut. Ryan Serhant hat sich unter anderem über Instagram ein Imperium aufgebaut, aber du brauchst keine Millionen Follower. Du brauchst die richtigen vor Ort.

Was auf Instagram für Immobilien funktioniert:

  • 60-Sekunden-Reels, die durch Objekte führen, mit ehrlichem Kommentar
  • Story-Umfragen wie "Welcher Küchenstil gefällt dir besser?"
  • Carousel-Posts, die zeigen, was unterschiedliche Budgets in deinem Markt bringen
  • Blicke hinter die Kulissen deines echten Arbeitstags

TikTok (für Reichweite und Entdeckung)

Der TikTok-Algorithmus ist für lokalen Content ungewöhnlich stark. Videos wie "Das solltest du wissen, bevor du in [deine Stadt] kaufst" oder "Die Wahrheit über [Viertel]" können Tausende Zuschauer vor Ort erreichen, die noch nie von dir gehört haben. Glennda Baker ist von einer klassischen Maklerin zu einer landesweiten Marke geworden, einfach indem sie ganz sie selbst war, ein Beweis dafür, dass Persönlichkeit ein Produktionsbudget schlägt.

Facebook (immer noch relevant)

Facebook-Gruppen für lokale Communitys sind Goldgruben. Viertel haben aktive Gruppen, in denen Anwohner nach Makler-Empfehlungen fragen. Wer dort hilfreich und ohne Verkaufsdruck präsent ist, bekommt Empfehlungen, die man nicht kaufen kann.

LinkedIn (für Gewerbe und Luxus)

Wenn du Gewerbeimmobilien oder Luxusobjekte machst, lohnt sich LinkedIn. Entscheider im Gewerbebereich sind dort aktiv, und Thought-Leadership-Content kommt bei einem professionellen Publikum gut an.

YouTube (langfristiges Asset)

Objektrundgänge, Viertel-Guides und Marktanalyse-Videos bleiben für immer auf YouTube und werden über die Suche gefunden. Mehr Aufwand am Anfang, aber du baust dir eine dauerhafte Bibliothek auf, die arbeitet, während du schläfst.

Content, der Leads bringt, nicht nur Likes

Wer nur Angebote postet, hängt am unteren Ende des Funnels fest. Angebote sind wichtig für Leute, die genau jetzt suchen, aber was ist mit der Person, die in sechs Monaten kauft, oder dem Eigentümer, der über einen Verkauf nachdenkt? Hier ist ein Content-Mix, der den ganzen Funnel abdeckt.

Marktwissen (40 % deines Contents)

  • Monatliche Markt-Updates für deine Region, also mittlere Preise, Angebotslage, Trends
  • Vergleiche wie "Was bekommst du für 500.000 Euro in [Stadt] vs. [Stadt]"
  • Tipps für Erstkäufer
  • Erklärungen zu Zinssätzen
  • Eine Reihe nach dem Motto "Das wünschte ich, jeder Käufer wüsste es"

Das positioniert dich als Experte vor Ort. Wenn jemand endlich bereit zum Kaufen ist, denkt er an den Makler, der ihn seit Monaten informiert hat.

Ein Beispiel, das funktioniert: Ein Makler in Denver postet jeden Monat ein Reel "Was du diesen Monat für 600.000 Dollar bekommst" und zeigt drei verschiedene Objekte in dieser Preisklasse, samt Erklärung der Kompromisse zwischen Lage, Größe und Zustand. Diese Reels werden ständig gespeichert und geteilt, weil die Leute echt neugierig auf ihren lokalen Markt sind.

Blicke hinter die Kulissen (25 % deines Contents)

  • Day-in-the-Life-Content
  • Begehungen bei Gutachten (mit Erlaubnis)
  • Wie der Abschluss eines Deals wirklich abläuft
  • Verhandlungsgeschichten, anonymisiert
  • Die weniger glamouröse Seite des Maklerberufs

Die Leute lieben es zu sehen, was Makler den ganzen Tag wirklich machen. Das schafft Vertrauen und macht dich nahbar, wie es ein perfekt inszeniertes Profilfoto nie könnte.

Ein Beispiel, das funktioniert: Du tauchst um 7 Uhr morgens zur finalen Begehung auf, Kaffee in der Hand, und erklärst, worauf du achtest. Nicht glamourös, aber es zeigt, dass du gründlich bist und dass es dir wirklich wichtig ist.

Community- und Viertel-Content (20 % deines Contents)

  • Viertel-Guides
  • Die besten Restaurants, Parks und Schulen in der Gegend
  • Lokale Events und was so los ist
  • Interviews mit Inhabern lokaler Geschäfte
  • Eine Reihe wie "Geheimtipps in [Viertel]"

Das ist stark, weil es beweist, dass du die Gegend in- und auswendig kennst. Und es ist genau die Art von Content, die Leute speichern und teilen, also kostenlose Verbreitung.

Ein Beispiel, das funktioniert: Ein zweiminütiges Video, das durch ein Viertel führt und auf das Café zeigt, das seine Bohnen selbst röstet, auf den Park, in dem sich die Eltern samstagmorgens treffen, auf die Grundschule, die gerade einen MINT-Preis gewonnen hat. Du verkaufst den Lebensstil, und das Haus kommt mit dazu.

Angebote und Erfolge (15 % deines Contents)

  • Objektrundgänge (Video schlägt Fotos immer)
  • Verkauft-Feiern
  • Kundenstimmen
  • Vorher-nachher beim Home-Staging

Achte darauf: Angebote machen nur 15 % aus. Das ist Absicht.

Echte Makler, die es richtig machen

Tatiana Londono - Eine der erfolgreichsten Maklerinnen in Miami. Ihr Content mischt Luxus-Objektrundgänge mit echter Persönlichkeit und Marktwissen. Sie erzählt Geschichten über Häuser, nicht nur Eckdaten.

The Broke Agent - Hat als Meme-Seite über den Alltag als Makler angefangen. Heute eine Medienmarke. Ein Beweis dafür, was Humor und Nahbarkeit in einer traditionell ernsten Branche bewirken können.

Ben Caballero - Hält den Guinness-Weltrekord für Hausverkäufe und nutzt LinkedIn wirkungsvoll für Thought Leadership im Bereich Bauträger und Projektentwickler.

Fehler, die Makler auf Social Media machen

Nur Angebote posten. Dein Feed sieht aus wie eine Anzeigenseite. Dem folgt niemand.

Zu poliert sein. Drohnenaufnahmen und Kinomusik für ein Vorstadthaus für 300.000 Euro wirken unecht. Passe den Stil des Contents an das Objekt und an deine Persönlichkeit an.

Dein Gesicht nicht zeigen. Menschen beauftragen Menschen, keine Logos. Wenn du kamerascheu bist, fang mit Stories an, wo der Content nach 24 Stunden verschwindet. Arbeite dich von dort zu Reels vor.

Video ignorieren. Ein 30-Sekunden-Rundgang als Reel erreicht das 5- bis 10-Fache an Reichweite gegenüber einem Carousel aus Angebotsfotos. Die Zahlen sind eindeutig.

Posten und abtauchen. Wenn jemand kommentiert und du drei Tage lang nicht antwortest, ist dieser potenzielle Lead weg. Reserviere dir zweimal am Tag 15 Minuten für Interaktion.

Kein Call to Action. Jeder Post sollte klarmachen, was als Nächstes zu tun ist. "Schreib mir für eine kostenlose Marktanalyse" oder "Speicher das für den Moment, in dem du kaufbereit bist", einfach, aber wirksam.

Zeitspartipps für Makler, die ständig unterwegs sind

Makler sind dauernd in Bewegung. Zwischen Besichtigungen, Notarterminen und Kundengesprächen kann sich Social Media unmöglich anfühlen. So bekommst du es trotzdem hin.

  1. Filme während der Besichtigungen. Du bist ohnehin schon bei den Objekten. Nimm dir 5 zusätzliche Minuten für einen Rundgang. Daraus wird ein Reel, ein TikTok und Story-Content, alles von einem Ort.

  2. Produziere deinen Wissens-Content im Block. Setz dich am Sonntag eine Stunde hin und schreib deine Markt-Updates und Tipps für die Woche. Plane sie ein, damit sie automatisch veröffentlicht werden.

  3. Erstelle Vorlagen. Nutze für wiederkehrenden Content wie Markt-Updates oder "Verkauft"-Posts dasselbe Format. Tausch die Daten, behalt die Vorlage.

  4. Verwerte aggressiv weiter. Ein einziges Objektvideo wird zu Content für Instagram, TikTok, YouTube Shorts, Facebook und LinkedIn. Content über mehrere Plattformen weiterzuverwerten ist der größte Zeitsparer überhaupt.

  5. Nutze deine CRM-Daten. Deine abgeschlossenen Deals, Marktzahlen und Kunden-Meilensteine sind Content, der nur darauf wartet, gemacht zu werden. Du musst nicht bei null anfangen.

  6. Setz ein Planungstool ein. Der größte Zeitfresser ist nicht das Erstellen von Content. Es ist die tägliche Unterbrechung durch Posten und Interagieren. Tools wie Sydium lassen dich Content im Block erstellen und über Instagram, TikTok, Facebook und LinkedIn von einem Dashboard aus planen, sodass aus zerstückelten Minuten am Tag eine konzentrierte Stunde pro Woche wird. Es lernt deine Brand Voice (Markenstimme) aus deinen bestehenden Posts, damit du über alle Plattformen hinweg im Ton bleibst.

Messen, worauf es wirklich ankommt

Verfolge nicht nur Likes und Follower. Für Immobilien sind das die Kennzahlen, die zählen:

  • DMs und Anfragen - Direktnachrichten zu Objekten oder deinen Leistungen
  • Speicherungen - Wenn Leute deinen Content speichern, fanden sie ihn wirklich nützlich
  • Profilbesuche - Sind die Leute neugierig genug, sich dich anzusehen?
  • Website-Klicks - Bewegen sie sich von Social Media zu deinen Angeboten?

Schau regelmäßig in deine Analytics und leg bei dem nach, was echte Gespräche auslöst, nicht nur Engagement-Zahlen.

FAQ

Wie oft pro Woche sollte ein Makler posten?

Peil 4 bis 5 Posts pro Woche auf deiner Hauptplattform an, dazu tägliche Stories auf Instagram. Qualität zählt mehr als Quantität, aber Beständigkeit ist entscheidend. Drei gute Posts pro Woche schlagen sieben mittelmäßige, jedes Mal.

Sollten Makler ein privates oder ein Business-Konto nutzen?

Private (Creator-)Konten bekommen auf Instagram und TikTok in der Regel mehr Reichweite. Der Algorithmus scheint private Konten gegenüber Business-Konten zu bevorzugen. Außerdem wollen die Leute einer Person folgen, nicht einer Maklermarke. Deine Maklerbüro-Infos kannst du trotzdem in deine Bio packen.

Lohnt es sich für einen Makler, für Social-Media-Anzeigen zu bezahlen?

Ja, aber erst, wenn du organischen Content hast, der funktioniert. Facebook- und Instagram-Anzeigen mit Geo-Targeting sind für Immobilien extrem wirksam. Fang mit 10 bis 20 Euro pro Tag an und bewirb deine erfolgreichsten organischen Posts bei Leuten in deinem Zielgebiet. Auch das Retargeting von Website-Besuchern ist stark.

Wie gehen Makler auf Social Media mit Antidiskriminierungsrecht um?

Das ist entscheidend. Nutze niemals Sprache, die nach Herkunft, Religion, Geschlecht, Nationalität, Familienstand oder Behinderung diskriminiert. Vermeide Formulierungen wie "perfekt für junge Berufstätige" oder "tolles Viertel für Familien", die als Lenkung ausgelegt werden könnten. Die Fair-Housing-Richtlinien der NAR gelten für Social Media genauso wie für klassische Werbung.

Wie baut ein neuer Makler am schnellsten eine Social-Media-Followerschaft auf?

Fang mit deinem persönlichen Netzwerk an: Freunde, Familie, ehemalige Kollegen. Mach 30 Tage lang jeden Tag ein Stück lokalen Markt-Content. Kommentiere jeden Tag ehrlich bei 20 bis 30 lokalen Accounts, etwa Restaurants, Geschäften und Community-Seiten. Tritt lokalen Facebook-Gruppen bei und sei hilfreich, ohne zu pitchen. In 90 Tagen hast du eine lokale Followerschaft, die mehr wert ist als 100.000 zufällige Follower von irgendwoher.

Sollten Makler über Angebote anderer Makler posten?

Selektiv, ja. Marktentwicklungen, bemerkenswerte Verkäufe oder schöne Häuser in deiner Gegend zu teilen (mit Quellenangabe) zeigt, dass du im Markt drin bist. Es positioniert dich als jemanden, der weiß, was vor Ort passiert, nicht bloß als jemanden, der seine eigenen Angebote pusht. Mach es aber nicht so oft, dass deine eigenen Objekte untergehen.

Fuer Creator gebaut, nicht fuer Konzerne

Sydium ist das Planungstool, das sich nicht anfuehlt wie Arbeit in einer Marketingagentur.

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